Die kleine Marienkapelle an der Gülchsheimer Straße ist auf dem Weg ins Freilandmuseum in Bad Windsheim. Fachfirmen haben in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Museums das Kleinod zerlegt und mit Spezialfahrzeugen nach Bad Windsheim gebracht.
Dazu musste zunächst das Dach abgenommen und das Gemäuer in vier Teile (je zwei Giebel und zwei Seitenteile) getrennt werden. Jedes Viertel wurde fachmännisch verschraubt, versteift, gesichert und verpackt und mit einem Spezialkran zunächst auf geeignete Paletten gestellt und schließlich abtransportiert.
Im Freilandmuseum wird es nun auf einem vorbereiten Ort einen würdigen Platz finden.
Über das Alter des Kirchleins gibt es nur Vermutungen. Es könnte nach Aussagen von Gottfried Engert sogar bis in das 14. oder 15. Jahrhundert zurückreichen. In einem Dachreiter war die Jahreszahl 1798 eingebracht. 1861 wurde das Gebäude nach Süden erweitert. Darauf weist im Giebel die Inschrift„M.D. Kämmerer 1861“ hin. M. und D. soll für Maria und Dorothe stehen, wird vermutet. Das waren zwei Schwestern, die 1881 ihren 30 Hektar-Hof, zu dem bis heute auch die Kapelle gehört hat, an eine Familie Engert aus Baldersheim verkauft haben.
Die Engerts haben immer wieder Reparaturen an ihrem Kirchlein vorgenommen. Dem letzten Besitzer Karl-Heinz Engert und seiner Frau Alexandra liegt ein Kostenangebot für eine Generalsanierung über 145 00 Euro vor. Ihnen schwebte vor, zu deren Erhaltung eine Interessengemeinschaft oder einen Förderverein zu gründen. Nachdem aber niemand sich bereit erklärte, den Vorsitz zu übernehmen, ist diese Idee gescheitert.
Nun wandert ein kleines Stück Alt-Rodheim in das Freilandmuseum in Bad Windsheim aus. Das wird schon mit Wehmut verfolgt. Man ist sich aber auch sicher, dass die Rodheimer Kapelle dort viel mehr Beachtung finden wird als am seitherigen Platz und deren Erhaltung auf Dauer gesichert ist.
(Quelle: Mainpost, 25.03.2010)