Die kleine Marienkapelle an der Gülchsheimer Straße ist auf dem Weg ins Freilandmuseum in Bad Windsheim. Fachfirmen haben in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Museums das Kleinod zerlegt und mit Spezialfahrzeugen nach Bad Windsheim gebracht.
Der gemeinsame Bürgerwindpark Oberickelsheim - Gollhofen nimmt Formen an. Er wird auf der im Regionalplan Westmittelfranken „WK 19“ genannten, rund 50 Hektar großen Fläche westlich der Autobahn A7 entstehen.
Das Gebiet liegt grenzübergreifend in den Gemarkungen Rodheim, Gollhofen und Gollachostheim. Die Grundstückseigentümer haben sich zu einer Verpachtungs-Gesellschaft zusammen geschlossen und die Flächen an die Betreibergesellschaft Ökoenergie AG aus Uffenheim verpachtet.
Den Stand der Dinge erläuterte deren Vertreter Erwin Keller im Gemeinderat. Der Diplomingenieur freute sich über „soviel Interesse der einheimischen Bevölkerung“. Etwa 200 Bürger haben Anteile gezeichnet, sechs Millionen Euro sind zusammen gekommen. „Mehr als die Hälfte des Geldes stammt aus Oberickelsheim und Gollhofen mit seinen Ortsteilen, der Rest aus Ortschaften der VG Uffenheim“, teilte Keller mit.
Dies war auch die Vorgabe für das Projekt, es soll den Menschen vor Ort zugute kommen. Mit dem Geld könnten nun vier Windkraftanlagen gebaut werden. „Um den Windpark optimal zu gestalten, sollten die Räder möglichst hoch sein und möglichst weit auseinander stehen“, erläuterte Keller. Deshalb beantragte er bei der Gemeinde die Abstandsfläche zu den Nachbargrundstücken zu verringern.
Diese beträgt nach Landesbauordnung soviel wie die Höhe eines Bauwerkes, im Falle eines 200 Meter hohen Windrades also 200 Meter Abstand zum angrenzenden Acker. Weil dies eine Einschränkung für den Windpark wäre, beantragte Keller diesen Abstand auf 40 Prozent der Höhe zu verringern.
Das wären bei einer 200 Meter hohen Anlage 80 Meter Distanz zum nächsten Acker. Betroffene Nachbargrundstücke würden dann in das Areal des Windparks aufgenommen und die Besitzer entsprechend entschädigt, stellte Keller in Aussicht.
Der Gemeinderat bewilligte den Antrag einstimmig und erließ für die Flächen im Gemeindegebiet Oberickelsheim eine entsprechende Satzung. Den gleichen Antrag wird Keller an den Gemeinderat Gollhofen stellen.
Die Oberickelsheimer Räte zogen in Erwägung, die Entscheidung zu vertagen und erst Rücksprache mit Gollhofen zu halten. Damit es jedoch keine Verzögerung gibt und „die Planung vorwärts geht“, wurde die Entscheidung gleich getroffen.
(Quelle: Mainpost, 18.02.2010)