Amtsinhaber Martin Hümmer bleibt Bürgermeister von Oberickelsheim. Mit einer Mehrheit von 17 Stimmen und insgesamt 51,8 Prozent setzte er sich gegen Herausforderer Michael Pfanzer durch.
Sonntagabend, 18 Uhr: Im Gemeindehaus in Oberickelsheim herrscht Hochbetrieb. Im Sitzungszimmer beginnen die Wahlhelfer mit der Auszählung der Stimmen aus Oberickelsheim. Im Landjugendraum ist der Briefwahlvorstand zugange, sie haben 99 Wahlbriefe aus den drei Ortsteilen zu zählen. Im Amtszimmer nebenan sitzt Gemeindewahlleiter Manfred Gebhardt und sammelt die Ergebnisse aus den drei Wahllokalen, um sie an die Verwaltungsgemeinschaft Uffenheim weiterzuleiten.
Die Bürgermeisterwahl ist natürlich am spannendsten. Das erste Mal in seiner 30-jährigen Amtszeit hat Bürgermeister Martin Hümmer einen Gegenkandidaten. Um 18.20 Uhr stehen die Stimmen aus den drei Wahllokalen fest: Oberickelsheim hat 86 Stimmen für Hümmer, 53 für Pfanzer. In Geißlingen sind es hingegen 71 für Pfanzer und in 48 für Hümmer, in Rodheim hat Pfanzer mit 69 zu 53 Stimmen die Nase vorne.
Zu diesem Zeitpunkt hieß es noch Platz eins für den Herausforderer. Um 18.30 Uhr kommen die ersten Bürger vorbei und fragen nach: „Wie ist es ausgegangen?“ Noch gibt es kein Endergebnis, die Spannung steigt. Es fehlen die 99 Briefwähler, deren Auszählung sich verzögert, weil noch Wahlbriefe in Uffenheim abgeholt werden. Die Briefwähler haben es dann auch gerichtet für Martin Hümmer, kurz vor 19 Uhr ist klar, der 59-Jährige bleibt Gemeindeoberhaupt mit 244 Stimmen.
Für Michael Pfanzer (227 Stimmen) hat es nicht gereicht. „Ich bin enttäuscht, dass es nicht geklappt hat“, sagt er am Montagmorgen. Er hatte sich in seinem Heimatort Rodheim eine deutlichere Mehrheit erhofft. Andererseits zeige das knappe Ergebnis, „dass ich so unrecht nicht hab'“, fügt er hinzu. Gewonnen hat er einen Sitz im Gemeinderat. Bürgermeister Hümmer, zu dem knappen Resultat befragt, erklärt: „Die Mehrheit ist die Mehrheit. Ich akzeptiere das Ergebnis so wie es ist und werde meine Arbeit mit dem gleichen Elan fortsetzen. Mehr will ich dazu nicht sagen“.
Der neue Gemeinderat setzt sich wie folgt zusammen: Aus Oberickelsheim sind Wolfgang Schumann (311 Stimmen), Volker Gebhardt (230) und Werner Brand (186) dabei. Geißlingen ist vertreten durch Bernd Scherer (303) und Roland Hirsch (263). Die Räte aus Rodheim sind Alfred Bätz (316), Michael Pfanzer (192) und Bernhard Betz (191). Die Wahlbeteiligung lag in Oberickelsheim bei rund 81 Prozent, in Geißlingen bei 82 Prozent. Am fleißigsten gingen die Rodheimer zur Wahl, hier lag die Beteiligung bei 90 Prozent.
(Quelle: Mainpost, 03.03.2008)